Sicher handeln, wenn der Arbeitsplatz nicht immer kontrollierbar ist

Außendienstmitarbeiter und Beschäftigte mit direktem Bürgerkontakt arbeiten häufig unter besonderen Bedingungen. Termine finden außerhalb der eigenen Geschäftsräume statt, unbekannte Personen müssen aufgesucht werden oder Mitarbeiter betreten Wohnungen, Grundstücke und andere Umgebungen, deren Situation im Vorfeld nur eingeschränkt eingeschätzt werden kann.

Ein Sicherheitstraining für Außendienstmitarbeiter und Beschäftigte mit Bürgerkontakt setzt deshalb bereits vor einem möglichen Konflikt an.

Im Mittelpunkt steht die Frage:

Wie kann ich meinen beruflichen Alltag so gestalten, dass ich kritische Situationen frühzeitig wahrnehme, Risiken reduziere und im entscheidenden Moment handlungsfähig bleibe?


Sicherheit beginnt bereits vor dem Termin

Viele Risiken lassen sich nicht vollständig vermeiden. Mitarbeiter können jedoch lernen, ihre Umgebung und die jeweilige Situation bewusster wahrzunehmen.

Bereits vor einem Außendiensttermin können Fragen eine Rolle spielen wie:

  • Was weiß ich über die bevorstehende Situation?
  • Gibt es bekannte Besonderheiten oder frühere Vorfälle?
  • Weiß ein Kollege, wo ich mich befinde?
  • Ist ein Termin allein sinnvoll oder sollte er zu zweit durchgeführt werden?
  • Welche Kommunikationsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
  • Wie kann ich einen Einsatz oder Termin gegebenenfalls abbrechen?

Das Ziel ist nicht, hinter jeder Situation eine Gefahr zu vermuten.

Vielmehr sollen Mitarbeiter lernen, Risiken bewusst wahrzunehmen und Entscheidungen nicht erst dann zu treffen, wenn eine Situation bereits problematisch geworden ist.


Situationsbewusstsein im Außendienst

Eine fremde Umgebung bringt andere Herausforderungen mit sich als ein Arbeitsplatz im eigenen Büro.

Wo befindet sich der Ausgang? Wer befindet sich noch im Raum? Wo stelle oder setze ich mich hin? Befinden sich Tiere in der Umgebung? Gibt es Gegenstände oder räumliche Gegebenheiten, die im Konfliktfall problematisch werden könnten?

Solche Fragen wirken zunächst banal. In einer angespannten Situation können sie jedoch entscheidend sein.

Im Sicherheitstraining beschäftigen wir uns deshalb mit der bewussten Wahrnehmung von:

  • Personen und Umgebung
  • Ein- und Ausgängen
  • räumlichen Engstellen
  • sinnvollen Positionen im Raum
  • möglichen Rückzugswegen
  • Veränderungen im Verhalten des Gegenübers
  • Situationen, in denen ein Termin besser beendet werden sollte

Die Teilnehmer sollen lernen, ihre Umgebung nicht ängstlich, sondern aufmerksam und professionell wahrzunehmen.


Sicheres Auftreten im Bürgerkontakt

Nicht nur Außendiensttermine können anspruchsvoll sein.

Auch Beschäftigte in Behörden, Verwaltungen oder anderen Einrichtungen erleben Situationen, in denen Bürger emotional, aufgebracht oder unberechenbar reagieren.

Dabei spielen die räumlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wo befindet sich der Mitarbeiter im Verhältnis zum Besucher? Ist der Weg zur Tür frei? Wie können Kollegen Unterstützung leisten? Welche Möglichkeiten gibt es, Hilfe zu holen? Wann sollte ein Gespräch nicht allein fortgeführt werden?

Ein Sicherheitstraining kann dabei helfen, solche alltäglichen Abläufe einmal bewusst aus der Perspektive der persönlichen Sicherheit zu betrachten.


Alleinarbeit, Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung

Ein wichtiger Bestandteil eines Sicherheitskonzeptes ist die Frage, wie Mitarbeiter miteinander arbeiten.

Bei bestimmten Tätigkeiten kann es sinnvoll sein, vorab festzulegen:

  • wann Termine allein durchgeführt werden können,
  • wann ein zweiter Mitarbeiter sinnvoll ist,
  • wie Kollegen über Außentermine informiert werden,
  • wie in einer kritischen Situation Unterstützung angefordert wird,
  • welche internen Melde- und Kommunikationswege bestehen,
  • und wie nach besonderen Vorfällen gemeinsam gehandelt wird.

Dabei geht es nicht darum, bestehende betriebliche Vorgaben zu ersetzen.

Das Training soll vielmehr dafür sensibilisieren, Sicherheit als gemeinsame Aufgabe von Mitarbeitern und Organisation zu betrachten.


Praktisches Sicherheitstraining anhand Ihres Arbeitsalltags

Ein Mitarbeiter eines kommunalen Außendienstes erlebt andere Situationen als ein Beschäftigter im sozialen Bereich oder ein Servicemitarbeiter mit Publikumsverkehr.

Deshalb können reale beziehungsweise typische Situationen aus dem jeweiligen Arbeitsbereich in das Training einbezogen werden.

Gemeinsam können beispielsweise Szenarien betrachtet werden wie:

Ein Außendiensttermin entwickelt sich anders als erwartet.

Ein Bürger blockiert während eines Gespräches den Ausgang.

Ein Mitarbeiter bemerkt bereits beim Eintreffen, dass die Situation vor Ort problematisch sein könnte.

Ein Gespräch wird zunehmend emotional und der Mitarbeiter muss entscheiden, ob es fortgesetzt oder beendet wird.

Dabei steht nicht die perfekte Musterlösung im Vordergrund.

Die Teilnehmer sollen vielmehr lernen, Situationen wahrzunehmen, Handlungsoptionen abzuwägen und bewusste Entscheidungen zu treffen.


Wo endet das Sicherheitstraining – und wo beginnen Deeskalation und Selbstschutz?

Persönliche Sicherheit im beruflichen Alltag besteht aus mehreren Ebenen.

Das Sicherheitstraining konzentriert sich insbesondere auf Prävention, Situationsbewusstsein, Arbeitsumgebung, Vorbereitung und taktisch sinnvolles Verhalten.

Für den gezielten Umgang mit bereits eskalierenden Gesprächen und aggressivem Verhalten biete ich ein separates Deeskalationstraining für Unternehmen und Behörden an.

Geht es insbesondere um Handlungsmöglichkeiten bei körperlichen Grenzüberschreitungen, kann das Training durch Selbstverteidigung und Selbstschutz für Mitarbeiter ergänzt werden.

So können Unternehmen und öffentliche Einrichtungen genau die Schwerpunkte auswählen, die zu ihrem tatsächlichen Bedarf passen.


Individuelle Sicherheitstrainings für Ihre Mitarbeiter

Die Inhalte können an die Arbeitsbedingungen, Tätigkeitsfelder und vorhandenen Sicherheitsstrukturen des Auftraggebers angepasst werden.

Vor einer Schulung kann deshalb gemeinsam betrachtet werden:

Wo arbeiten Ihre Mitarbeiter? Welche Situationen bereiten Schwierigkeiten? Welche Sicherheitsmaßnahmen bestehen bereits? Und an welchen Stellen besteht zusätzlicher Trainingsbedarf?

Auf dieser Grundlage entsteht ein praxisorientiertes Inhouse-Sicherheitstraining, das sich am tatsächlichen Berufsalltag der Teilnehmer orientiert.

Schulungen sind ausgehend von Eilenburg in Nordsachsen insbesondere in Leipzig, Nordsachsen und Sachsen sowie nach Vereinbarung deutschlandweit möglich.

Sicherheitstraining für Außendienstmitarbeiter anfragen

Sie möchten Ihre Mitarbeiter für Risiken im Außendienst oder im direkten Bürgerkontakt sensibilisieren und ihre Handlungssicherheit stärken?

Gern bespreche ich mit Ihnen die konkreten Anforderungen Ihres Arbeitsbereiches und entwickle daraus ein passendes Schulungskonzept.

Fragen Sie Ihr individuelles Sicherheitstraining unverbindlich an.